Waffenrecht und Erbrecht

Sie haben geerbt und sind nun im Besitz von erlaubnispflichtigen Waffen?

Das haben Sie sofort und unverzüglich, ohne schuldhaftes Zögern, der zuständigen Behörde anzuzeigen! Zögern Sie keinen Tag, warten Sie nicht die Beerdigung ab etc. Ansonsten droht ein Bußgeld gemäß § 53 Abs. 1 Nr. 5 WaffG in Höhe von bis zu 10.000 Euro und falls Sie eine Waffenbesitzkarte haben, wird die Zuverlässigkeit insgesamt in Frage gestellt.

Sie haben sechs Wochen Zeit die Erbschaft auszuschlagen.

Nach § 20 WaffG gilt das sog. Erbenprivileg, d.h. sie müssen als Erbe nicht ein Bedürfnis oder Sachkunde im Sinne des § 4 WaffG nachweisen.

Sie entscheiden, ob Sie die Waffen behalten. Dazu wird Ihnen eine Überlegungsfrist eingeräumt. Falls Sie nicht sofort entscheiden, lassen sie sich diese möglichst schriftlich bestätigen.

Wenn Sie die Waffen behalten möchten, stellen Sie einen entsprechenden Antrag.

Falls die Behörde Zuverlässigkeit und Eignung für gegeben hält, stellt sie eine Erlaubnis aus. Oder die Behörde zieht Waffen ein oder versieht die Waffen mit einem  Blockiersystem.

Die Meldepflicht betrifft alle Personen, die Zugriff auf die Waffen erlangen.

Falls Sie die Waffen behalten möchten, müssen Sie binnen eines Monats ab Kenntnis von den Waffen die Ausstellung einer Waffenbesitzkarte (WBK) bei der am eigenen Wohnsitz zuständigen Waffenbehörde beantragen. Fragen sie bei der Behörde nach, was dazu erforderlich ist; Ihr Perso, WBKs, Erbschein usw.

Bewahren Sie die Waffen vorschriftsgemäß auf und behalten Sie Munition nur, wenn Sie eine entsprechende Munitionserwerbserlaubnis haben.

Sind Minderjährige die Erben, so sollten die gesetzlichen Vertreter in Absprache mit der Behörde die Aufbewahrung der Waffen regeln und auch ab wann welche Waffen dem Erben überlassen werden dürfen, siehe § 14 WaffG.

Mit einem bloßen Besitzrecht geht die sog. Blockierpflicht innerhalb von im allgemeinen 10 Wochen einher. Das wird mit 200,00 € / Waffe teuer. Billiger ist es, ein waffenrechtliches Bedürfnis und eine WBK zu erlangen.

Waffensammlungen müssen nicht blockiert werden.

Strafbar kann das Überlassen der Waffen oder Munition an Nichtberechtigte sein. Stimmen Sie das besser mit der Behörde ab.

Sie können die Waffen zu Dekowaffen machen oder zerstören. Am besten macht das ein Büchsenmacher. Vorsicht bei der Seriennummer, die muss lesbar bleiben. Zeigen Sie dann die Waffe der Behörde vor oder legen Sie eine Bescheinigung vor.

Illegale Waffen können nicht geerbt werden. In Absprache mit der Behörde mag man Ihnen die Umwandlung in eine Dekowaffe erlauben oder die ursprünglich illegale Waffe als legal zu übernehmen, sofern Sie als Antragsteller alle Voraussetzungen des § 4 WaffG erfüllt.

Besondere Vorsicht besteht bei vererbten Kurzwaffen. Stimmen Sie nach Möglichkeit alles mit der Behörde laufend ab!

Werden geerbte Kurzwaffen, also z.B. Pistolen oder Revolver, in eine WBK eingetragen, dürfen nur im Rahmen der Kontingentierung des § 13 Abs. 2 WaffG (max. zwei Kurzwaffen) jagdlich geführt werden. Erben Sie eine dritte oder vierte Kurzwaffe, so sollten Sie eine Ausnahmegenehmigung beantragen, § 12 WaffG. Auf Schießständen dürfen Sie mit allen geerbten Kurzwaffen mitgebrachte Munition – restlos – verschießen. Geerbte Munition darf in kleinen Mengen innerhalb der Privaträume sicher aufbewahrt behalten werden.